"Lasst nicht nach in eurem Eifer, lasst euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn. Freut euch in der Hoffnung, seid geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!" Röm 12, 11-12
"Lasst nicht nach in eurem Eifer, lasst euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn. Freut euch in der Hoffnung, seid geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!" Röm 12, 11-12

Meditation aus Bardel

Liebe Leserinnen und Leser,

 

in Zeiten von Corona ist es wichtig, nicht den Blick für das Ganze

zu verlieren. Daher sollen in nächster Zeit an dieser Stelle einzelne Texte

aus den diesjährigen Fasten-Meditationen von Kloster Bardel veröffentlicht

werden. Vielleicht können diese Texte ein wenig ablenken, anregen

oder auch ermutigen.

Viel Freude beim Lesen! 
 

Pater Wilhelm 

Kloster Bardel 

Anmerkung der Redaktion:

Auch nach Ostern möchten wir in diesen besonderen Zeiten weiterhin Meditationen aus Bardel veröffentlichen. Nun aber nicht mehr täglich. Wir danken Pater Wilhelm sehr für diese weiteren Texte. 

© B.Rieckeheer

                                Ostern

 

Ostern: Die Jünger atmen auf, als sie erkennen, dass die Katastrophe

              der Kreuzigung doch nicht das Ende ist.

Ostern: Die Welt atmet auf, weil sie spürt, hier hat uns jemand

              einen Weg gezeigt, der herausführt aus der tödlichen Kälte

              und aus der Dunkelheit des Grabes.

Ostern: Ich atme auf, weil ich jetzt weiß, wie mein Leben gelingen

              und glücken kann.

Ostern: Die Leidenden atmen auf, weil ihnen jetzt klar wird, dass 

              ihr Leiden letztlich nicht sinnlos und umsonst sein wird.

Ostern: Die Schuldigen atmen auf, weil ihnen gesagt wird:

              Ihr könnt aufstehen aus dem Abgrund eurer Schuld

              und einen neuen Anfang machen.

Ostern: Die Verzweifelten atmen auf, weil es keine Verzweiflung

              mehr gibt, die in der Lage wäre, das Leben für immer zu

              zerstören.

Ostern: Die Trauernden atmen auf, weil sie jetzt die Gewissheit

              haben, dass sie diejenigen wiedersehen werden, die sie

              so sehr geliebt haben und die aus dem Leben gerissen

              wurden.

Ostern: Die Alten atmen auf, weil sie nicht mehr vor dem Ende und

              vor dem Nichts stehen, sondern auf sie wartet ein Leben

              in Glück und Freude, wie sie es hier auf Erden nicht ge-

              kannt haben.

Ostern: Unsere Verstorbenen atmen auf, weil sie befreit werden

              aus der hoffnungslosen Endgültigkeit eines ewigen Todes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© Bettina Rieckeheer

10 Gebote für die Corona-Zeit 

 1. Du sollst deine Mitmenschen lieben, komm ihnen aber gerade deswegen nicht zu

nahe. Übe dich in „liebevoller Distanz“. Auf deine Gesundheit und die deiner 

Mitmenschen zu achten, ist immer wichtig. Jetzt kann es lebenswichtig werden. 

 2. Du sollst nicht horten – weder Klopapier noch Nudeln und schon gar keine

Desinfektionsmittel oder gar Schutzkleidung. Die werden in Kliniken gebraucht,

nicht im Gästeklo zu Hause. 

 3. Die Pandemie sollte das Beste aus dem machen, was in dir steckt. Keinen Corona-

Wolf, sondern einen engagierten, solidarischen Mitmenschen. 

 4. Du solltest ruhig auf manches verzichten. Quarantäne-Zeiten sind Fastenzeiten. 

Dafür gewinnst du andere Freiheit hinzu. Das passt gut in die Zeit vor Ostern. 

 5. Du sollst keine Panik verbreiten. Panik ist nie ein guter Ratgeber, zu keiner Zeit. 

Gesunder Menschenverstand und Humor dagegen schon. Deshalb hör auf Fachleute, 

beruhige andere und schmunzele über dich selbst. Da macht man erst mal nichts falsch, 

und es trägt sehr zur seelischen Gesundheit bei. 

 6. Du solltest von „den Alten“ lernen. In früheren Zeiten von Seuchen und Pest

als es noch keine so gute Medizin wie heute gab, halfen Menschen vor allem ein 

gesundes Gottvertrauen und die tätige Fürsorge füreinander. Das ist auch heute sicher 

hilfreich. 

 7. Du solltest vor allem die Menschen trösten und stärken, die krank werden, leiden 

oder sterben. Und auch die, die um sie trauern. Sei der Mensch für andere, den du selbst 

gern um dich hättest. 

 8. Du solltest anderen beistehen, die deine Hilfe brauchen: Einsamen, Ängstlichen, 

Angeschlagenen. Menschen, die jetzt beruflich unter Druck geraten. Das hilft nicht nur 

ihnen, sondern macht dich auch selbst frei. 

 9. Du solltest frei, kreativ und aktiv mit der Pandemie umgehen. Dazu sind wir von 

Gott berufen. Du wirst am Ende vielleicht überrascht sein, was sie Positives aus dir und 

anderen herausholt. 

 10. Du solltest keine Angst vor Stille und Ruhe haben. Wenn die Quarantäne zu mehr 

Zeit zum Umdenken, zum Lesen und für die Familie führt, wäre das ein guter 

„sekundärer Krankheitsgewinn“. 

 

 

Text von Dr. Thorsten Latzel, Evangelische Akademie Frankfurt, gekürzt 

(www.evangelische-akademie.de) 

 

 

 

 

 

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